Peru und die Anden begleiten sie stets

Von Karin Iseli-Trösch - erschienen in der Berner Zeitung am 06.01.2015

Zehn Jahre hat der gebürtige Ochlenberger Markus Mathys in Peru gelebt und gearbeitet. Nun ist er zurück, mit seiner ganzen Familie. In Langenthal bietet Mathys Erlebnisferien für Südamerika-Reisende an.

Familie Mathys für Erlebnisreisen nach Peru in Südamerika
Glücklich in der Schweiz: Familie Mathys (v.l. Dominik, Rosa, Aimée, Markus) hat Peru hinter sich gelassen und lebt nun in Langenthal. Von hier aus bietet Markus Mathys Erlebnisferien für Südamerika-Reisende an. Bild: Thomas Peter

Zehn Jahre lang war Lima, die über neun Millionen Einwohner zählende Hauptstadt von Peru, der Wohnort des gebürtigen Ochlenbergers Markus Mathys. Dort lernte der heute 38-Jährige seine Frau Rosa kennen. Und dort kamen seine zwei Kinder, der fünfjährige Dominik und die zweieinhalb Jahre alte Aimée, zur Welt. Als er seine Heimat verliess, um in Südamerika Fuss zu fassen, war er noch alleine. Damals konnte er sich nichts Schöneres vorstellen, als vor Ort Reisen für Südamerika-Touristen aus Europa zu planen und teilweise auch zu begleiten. Vierzig Mal war er in der Ruinenstadt Machu Picchu der Inka, und auch viele andere Sehenswürdigkeiten in den Andenländern kennt er wie ein Einheimischer.

Heimkehr war unumgänglich

Auch heute noch bietet er Erlebnisreisen nach Südamerika an. Jedoch nicht mehr von Peru aus, sondern von Langenthal. «Lima und auch der Rest von Südamerika sind wahre Traumorte – aber nur, solange man keine Familie mit kleinen Kindern hat», sagt Markus Mathys. Nachdenklich schaut er seine Frau an. Sie ist in Lima geboren und aufgewachsen und hat bis zur Geburt des ersten Kindes als Sekretärin gearbeitet. Ihr ganzes soziales Umfeld wohnt in der peruanischen Hauptstadt. Und doch war sie es, die zuerst von einem Umzug in die Schweiz sprach. «Wir mussten nicht lange überlegen», sagt ihr Mann. «Die Sicherheitslage hat sich in den vergangenen Jahren verschlechtert, wir konnten die Kinder nie alleine zum Spielen rauslassen.» Zudem hätten die Kinder durch die extreme Luftverschmutzung gesundheitliche Probleme bekommen. Die Schulbildung sei ein weiterer Grund für die Rückkehr gewesen.

«Im goldenen Käfig»

Seit Oktober wohnt die Familie nun in Langenthal, in einem Neubauquartier. Der Abschied von den Nachbarn in Peru sei niemandem schwergefallen. «Wir haben in einem Viertel mit sehr reichen Nachbarn gewohnt. Da lebt jeder wie in einem goldenen Käfig. Kontakte waren kaum möglich.» Einzig der Abschied von ihrer Familie sei schwierig gewesen, sagt Rosa Mathys. Die Mutter habe ihr aber Mut gemacht und gesagt, sie müsse tun, was für ihre Kinder das Beste sei. Täglich habe sie über Skype mit den Eltern Kontakt. «Klar vermisse ich sie, aber dank diesen Telefonaten fühle ich mich trotz der Distanz mit ihnen verbunden.» Sie habe sich sehr gut hier in der Schweiz eingelebt. Überall werde sie herzlich willkommen geheissen. «Vor allem aber geniesse ich die Ruhe und dass meine Kinder zu jeder Zeit rauskönnen.» Dominik, der in Langenthal den Kindergarten besucht, strahlt über das ganze Gesicht und sagt: «Noch besser, als alleine draussen zu spielen, gefällt mir aber die Migros. Dort gibt es immer so leckere Süssigkeiten.» Die Kinder sprechen gut Schweizerdeutsch, was ihnen den Einstieg in dieses so ganz andere Leben ohne Zweifel erleichtert hat.

Familie blickt in die Zukunft

Auch Rosa Mathys spricht und versteht die Muttersprache ihres Mannes. Jedoch möchte sie diese Kenntnisse noch vertiefen, weshalb sie ab Januar zweimal in der Woche abends an der Volkshochschule einen Deutschkurs besuchen wird. Was die berufliche Zukunft bringt, lässt sie offen. «Ich könnte mir vorstellen, als Übersetzerin oder Sprachlehrerin zu arbeiten», sagt sie. Zurzeit hilft sie ihrem Mann bei den Büroarbeiten. Markus Mathys hat zwar sein Büro für Erlebnisreisen von Lima nach Langenthal verlegt, das Angebot bleibt aber das gleiche: ganz auf die Wünsche und Bedürfnisse seiner Kunden zugeschnittene Südamerikareisen. Egal ob eine möglichst kostengünstige Reise mit dem Rucksack, gehoben nächtigen und dinieren oder ein ganzes Schiff für ein Familienfest mieten: Markus Mathys macht mithilfe seiner Leute vor Ort so viele Träume wie möglich wahr.

Spezialisiert auf Andenländer

Allerdings hat er nicht jedes Land im Angebot: «Ich habe mich auf die Andenländer spezialisiert, weil ich sie gut kenne.» Und dies zahlt sich aus. Seit sieben Jahren können er und seine Familie von dem eigenen Reisebüro leben. Er ist Mitglied im Reisebüroverband und kann eine Reisegarantie gewährleisten. Und nächsten Herbst, wenn eine von ihm geführte Tour durch Peru auf dem Programm steht, werden auch seine Frau Rosa und die Kinder mitkommen. In das Land, mit welchem die Familie Mathys für immer auf besondere Art und Weise verbunden sein wird.

(Berner Zeitung)